Über Wissen philosophieren im Haus für Poesie

Was können wir wissen? Und warum ist es überhaupt wichtig, etwas oder ganz bestimmte Dinge zu wissen? Diesen und weiteren Fragen gingen 23 Grundschulkinder Ende Januar im Haus für Poesie nach – einer inzwischen festen Station in unserem Projekt Berliner Denkspielplätze. Denn der freie, dichterische Umgang mit Wörtern kann ein guter Weg sein, um philosophische Fragen vertiefend zu erforschen. Philosophisch und lyrisch begleiteten Martin Mettin und der Autor Tim Holland den Vormittag.

Nach ausgiebigem Philosophieren über die vielfältigen Wege, wie Menschen zu wissen gelangen können und auch dessen Grenzen – „Es gibt einfach zu viel und wir können nicht alle Jahre leben, wir werden nicht unendlich alt“ – sammelten die Kinder in einer Schatztruhe alles, was sie unbedingt wissen wollen, seien es Techniken im Sport, Wissen über das Universum oder im eigenen Lieblingsfach in der Schule.

In der Schreibwerkstatt durften dann alle Gedanken aus dem Kopf einfach mal aufs Papier fließen – egal welche! Das automatische Schreiben befreit und bringt das Denken in Bewegung. So lernten in den anschließend von den Kindern verfassten Akrosticha Igel fliegen und Uhren ritten auf Bäumen. „Manche Autoren machen das jeden Morgen, um den Kopf frei zu bekommen“, erklärte Tim, der den Kindern für den Tag wichtiges Know-how für das eigene Dichten zusagte. „Außerdem lernt man sich selbst ein bisschen besser kennen. Auch das ist ein Zugewinn von Wissen.“

Höhepunkt der Werkstatt war das Listengedicht, in dem die Gruppe ihr Wissen reihum auf der Bühne vortrug. „Ich weiß, dass ich zwei Augen habe“ oder „Ich weiß, dass ich meine Eltern liebe“ – so unterschiedlich war das, was die Kinder als sicheres Wissen benannten.

Nicht zuletzt erhielten alle Kinder an dem Tag ihre eigenen Denkspielplätze-Hefte, die sie auch bei den kommenden Terminen begleiten werden. So dürfen sich im Verlauf des Schuljahres weitere Comics, Texte, Bilder und mehr zu dem heute Geschriebenen dazugesellen. Das nächste Mal im Jugendkulturzentrum PUMPE, das wir Anfäng März besuchen. (E.S.)