Philosophieren und künstlerisches Tätigsein verbinden – das ist das Ziel unseres Projekts Berliner Denkspielplätze, das wir seit August 2023 mit einem großen Netzwerk von Partner:innen aus Bildung, Jugend und Kultur in Berlin umsetzen. Das Projekt wurde 2023-25 vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und dem Deutschen Kinderhilfswerk gefördert.
Seit August 2025 unterstützt die Karl Schlecht Stiftung das Projekt, ab dem Schuljahr 2026-27 erfolgt die Förderung zusammen mit der PwC-Stiftung.
Pressemitteilung 25. August 2026
Ansatz
Im Zentrum des Projekts steht, selbst zu denken, die eigenen Gedanken sprachlich zu formulieren und miteinander zu diskutieren. Das diskursive Forschen wird erweitert durch die künstlerische Bearbeitung der eigenen Fragen, sodass eine gemeinschaftliche Auseinandersetzung auf verschiedenen Ebenen stattfinden kann.
Bisher haben über 200 Kinder aus sechs Berliner Bezirken am Projekt teilgenommen, im Schuljahr 2026-27 setzen wir das Projekt mit unseren Partnerschulen und über 90 Schüler:innen aus vier Schulklassen fort.
Inhalt
Im Klassenverband unternehmen die Schulklassen jeweils sechs Exkursionen zu verschiedenen Orte der kulturellen Bildung in Berlin, bei denen sie die Einrichtungen und dortigen Werkstätten von innen kennenlernen. Das Projekt ist für die Schulklassen somit auch mit einer „Reise durch Berlin“ verbunden und bringt den Kindern ihre Stadt näher.
Über das ganze Schuljahr hinweg werden die Kinder von einer Referentin oder einem Referenten aus der Philosophie begleitet, bei den Denkspielplätzen kommt eine Person aus der Kunst hinzu, die künstlerische Phase darin anzuleiten. Das ist spannend und ermöglicht Kreativerfahrungen auf hohem Niveau.
Das Projekt startet mit einem Auftaktspielplatz für jede Schulklasse im FEZ-Berlin (z.B. Auftaktspielplätze 2025). Bei diesem ersten Treffen stimmen die Teilnehmenden über die Themen und Fragen ab, die sie im Projekt bearbeiten wollen. Das Konzept ist auf Erlebnisorientierung und Partizipation ausgerichtet: Aufgabe der Referent:innen ist es, die Schüler:innen darin zu unterstützen, ihre eigenen Fragen und Gedanken zu formulieren, darüber kontrovers zu diskutieren, sie kreativ zu bearbeiten und auf diesem Wege neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dafür haben die Teilnehmenden an den Vormittagen jeweils vier Stunden Zeit.
Ziel ist auch, die Vormittage möglichst inklusiv zu gestalten: Die Veranstaltungen bieten den Kindern einen offenen Raum, in dem es mehrere Antworten auf die gemeinsamen Fragen geben kann. Wir arbeiten mit ganzen Schulklassen von allen Schulformen. Die Vielfalt an Zugängen soll allen die Möglichkeit bieten, den eigenen Weg zur Reflexion des Thema zu finden, wir arbeiten durchweg prozessorientiert. Künstlerisch liegt der Fokus auf den drei Bereichen Theater, Literatur und Illustration.
Fortbildung und Netzwerktreffen
Im Schuljahr 2025-26 fand eine Fortbildung zum Philosophieren mit Kindern statt, die sich an Akteur:innen aus der kulturellen Bildung richtete, sodass diese die Methoden in ihre künstlerische Arbeit einbinden können. Die Fortbildung im Schuljahr 2026-27 zum Philosophieren in der Grundschule und richtet sich an Lehrkräfte (weitere Infos).
Die Netzwerktreffen 2023-2026 förderten den Austausch zu den Möglichkeiten philosophischer Reflexion im Rahmen der eigenen Bildungsarbeit sowie weiterer Möglichkeiten der Verstetigung der Projektmaßnahmen. Ab 2026 finden zusätzlich Praxistreffen statt, in denen sich am Philosophieren mit Kindern interessierte Fachkräfte zu ihrer eigenen Arbeit austauschen können. Das Netzwerk trifft sich weiterhin einmal im Jahr bei einem übergreifenden Praxistag.
Highlights
Das dritte Projektjahr schloss mit sechs Abschlussworkshops der Fortbildungsteilnehmenden zu den Themen Mut, Glück und Freundschaft ab, die die Künstler:innen in Tandems umsetzten („Denkspielplatztage). Im zweiten Projektjahr konnten die Kinder in zehn philosophischen Kunstwerkstätten in den Schulen weitere Themen ihrer Wahl bearbeiten – theatral, im Comic, in der Druckwerkstatt, dichtend usw.
Netzwerk
Zu unseren Partner:innen zählen folgende Kultureinrichtungen: FEZ-Berlin, das Kurt Mühlenhaupt Museum in Kreuzberg, das Haus für Poesie in der Kulturbrauerei, das Jugendkulturzentrum Pumpe, die Shakespeare Company Berlin mit ihrem Freilufttheater am Insulaner, das Literarische Colloquium Berlin, das Literaturhaus Berlin und die gelbe Villa – ein Projekt der Stiftung Jovita in Kreuzberg.
Schulen im Projekt: Gerda-Lagerlöf-Grundschule, Mercator-Grundschule, Havelland-Grundschule, Adolf-Glassbrenner-Grundschule, Carl-Kraemer-Grundschule, Nehring-Grundschule, Sprachheilschule Selma-Lagerlöf, Paul-Klee-Grundschule
Die beteiligten Künstler*innen sind Claudia Bartholomeyczik, Arinda Craciun, Cielo Faccio, Karen-Susan Fessel, Anita Fuchs, Thomas Henseler, Tim Holland, Natsuyo Koizumi, Tanasgol Sabbagh, Anne Schmirler und Babette Winter. Für die philosophische Begleitung sind Inga Faust, Dr. Susann Köppl, Isabell Köster, Dr. Martin Mettin, Dr. Ina Schmidt und Eva Stollreiter an den Vormittagen dabei.
Didaktisch wird das Projekt von Prof. Dr. Markus Tiedemann von der TU Dresden begleitet. Die Humanistische Hochschule Berlin unterstützt die Fortbildung.
Hospitationen
Das Projekt ist offen für Hospitationen, die von Studierenden, Kulturakteur:innen oder anderen Interessierten in Anspruch genommen werden können.
Bei Interesse am Projekt kontaktieren Sie uns gerne.
Projektleitung:
Eva Stollreiter
eva.stollreiter(at)was-denkst-du.net
0177-623 80 63



