Philosophieren und künstlerisches Tätigsein verbinden – das ist das Ziel unseres Projekts Berliner Denkspielplätze, das wir seit August 2023 mit einem großen Netzwerk von Partner:innen aus Bildung, Jugend und Kultur in Berlin umsetzen. Das Projekt wurde 2023-25 vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und dem Deutschen Kinderhilfswerk gefördert, seit August 2025 erfolgt die Förderung über die Karl Schlecht Stiftung, die einen Schwerpunkt auf der ethischen Bildung hat.
Pressemitteilung 9. September 2025
Ansatz
Im Zentrum des Projekts steht, selbst zu denken, die eigenen Gedanken sprachlich zu formulieren und miteinander zu diskutieren. Das diskursive Forschen wird erweitert durch die künstlerische Bearbeitung der eigenen Fragen, sodass eine gemeinschaftliche Auseinandersetzung auf verschiedenen Ebenen stattfinden kann.
Bisher haben über 200 Kinder aus sechs Berliner Bezirken am Projekt teilgenommen, im Schuljahr 2026-27 setzen wir das Projekt mit unseren Partnerschulen fort.
Inhalt
Im Klassenverband unternehmen die Schulklassen jeweils sechs Exkursionen zu verschiedenen Orte der kulturellen Bildung in Berlin, bei denen sie die Einrichtungen und dortigen Werkstätten von innen kennenlernen. Das Projekt ist für die Schulklassen somit auch mit einer „Reise durch Berlin“ verbunden und bringt den Kindern ihre Stadt näher.
Über das ganze Schuljahr hinweg werden die Kinder von einer Referentin oder einem Referenten aus der Philosophie begleitet, bei den Denkspielplätzen kommt zusätzlich eine Person aus der Kunst hinzu, um sie in der künstlerischen Phase anzuleiten. Das ist spannend und ermöglicht Kreativerfahrungen auf hohem Niveau.
Das Projekt startet mit einem Auftaktspielplatz für jede Schulklasse im FEZ-Berlin (Auftaktspielplätze 2025). Bei diesem ersten Treffen können die Kinder über die Themen abstimmen, die sie im Projekt bearbeiten wollen . Das Konzept ist auf Erlebnisorientierung ausgerichtet und auf Partizipation: Nicht die Erwachsenen setzen die Themen und bringen ihre Fragen zur Sprache. Ihre Aufgabe ist vielmehr, die Schüler:innen darin zu unterstützen, ihre eigenen Fragen und Gedanken zu formulieren, darüber kontrovers zu diskutieren, sie kreativ zu bearbeiten und auf diesem Wege neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dafür haben die Teilnehmenden an den Vormittagen jeweils vier Stunden Zeit.
Ziel ist dabei, die Vormittage möglichst inklusiv zu gestalten: Die Veranstaltungen bieten den Kindern einen offenen Raum, in dem Richtig und Falsch keine Rolle spielen. Wir arbeiten mit ganzen Schulklassen von allen Schulformen. Die Vielfalt an Zugängen soll allen die Möglichkeit bieten, den eigenen Weg zur Reflexion des Thema zu finden, wir arbeiten durchweg prozessorientiert. Künstlerisch liegt der Fokus auf den drei Bereichen Theater, Literatur und Illustration.
Fortbildung und Netzwerktreffen
Im Schuljahr 2025-26 fand eine Fortbildung zum Philosophieren mit Kindern statt, die sich an Akteur:innen aus der kulturellen Bildung richtete, sodass diese die Methoden in ihre künstlerische Arbeit einbinden können (weitere Infos). Die Fortbildung im Schuljahr 2026-27 zum Philosophieren in der Grundschule und richtet sich an Lehrkräfte.
Netzwerktreffen fördern den Austausch zu den Möglichkeiten philosophischer Reflexion im Rahmen der eigenen Bildungsarbeit sowie weiterer Möglichkeiten der Verstetigung der Projektmaßnahmen. Ab 2026 finden zusätzlich Praxistreffen statt, in denen sich am Philosophieren mit Kindern interessierte Fachkräfte zu ihrer eigenen Arbeit austauschen.
Highlights
Das zweite Projektjahr schloss mit zehn philosophischen Kunstwerkstätten in den Schulen ab, bei dem die Kinder weitere Themen ihrer Wahl bearbeiten konnten – theatral, im Comic, in der Druckwerkstatt, dichtend usw. Die Fortbildung im dritten Jahr mündet in eine sechsteilige Workshopreihe, die von den Künstler:innen umgesetzt wird, die die Fortbildung durchlaufen haben.
Netzwerk
Hauptpartner ist das FEZ-Berlin, weitere beteiligte Kultureinrichtungen sind die gelbe Villa – ein Projekt der Stiftung Jovita in Kreuzberg, das Kurt Mühlenhaupt Museum in Kreuzberg, das Haus für Poesie in der Kulturbrauerei, das Jugendkulturzentrum Pumpe, die Shakespeare Company Berlin mit ihrem Freilufttheater am Insulaner, das Literarische Colloquium Berlin und das Literaturhaus Berlin.
Schulen im Projekt: Gerda-Lagerlöf-Grundschule, Mercator-Grundschule, Havelland-Grundschule, Adolf-Glassbrenner-Grundschule, Carl-Kraemer-Grundschule, Nehring-Grundschule, Sprachheilschule Selma-Lagerlöf, Paul-Klee-Grundschule
Die beteiligten Künstler*innen sind Claudia Bartholomeyczik, Arinda Craciun, Cielo Faccio, Karen-Susan Fessel, Anita Fuchs, Thomas Henseler, Tim Holland, Natsuyo Koizumi, Tanasgol Sabbagh, Anne Schmirler und Babette Winter. Für die philosophische Begleitung sind Inga Faust, Dr. Susann Köppl, Isabell Köster, Dr. Martin Mettin, Dr. Ina Schmidt und Eva Stollreiter an den Vormittagen dabei.
Didaktisch wird das Projekt von Prof. Dr. Markus Tiedemann von der TU Dresden begleitet. Die Humanistische Hochschule Berlin unterstützt die Fortbildung.
Hospitationen
Das Projekt ist offen für Hospitationen, die von Studierenden, Kulturakteur:innen oder anderen Interessierten in Anspruch genommen werden können.
Bei Interesse am Projekt kontaktieren Sie uns gerne.
Projektleitung:
Eva Stollreiter
eva.stollreiter(at)was-denkst-du.net
0177-623 80 63



